Häufig gestellte Fragen

Was ist eigentlich der korrekte Name dieses Tieres?

Lajos Méhely, emporragende Zoologe der Jahrhundertwende, hat diese Schlange als rákosi vipera (Otter von Rákos) benannt, weil “sie dort am häufigsten zu finden ist“ (heute die Umgebung von Zugló). Natürlich lebte diese Schlange schon seit Jahrtausenden auf diesem Gebiet, die ungarische Volkssprache hat sie von der Kreuzotter unterschieden, und hat sie Sandotter genannt. Wahrscheinlich deswegen, weil die Menschen sie, lieber auf lichte Steppenwiesen, Brachen und in der Umgebung ihren Gehöften begegnet haben. In den 1950-er Jahren wurde ihre Name wegen der Willkürherrschaft von Mátyás Rákosi auf parlagi vipera (Brachenotter) umbenannt. Natürlich wurden die politischen Gründe der Umbenennung niemals zugegeben, es wurden aber wissenschaftliche Gründe geschaffen. Die ehemalige Leiter der Naturhistorisches Museums schrieb: „…diejenigen, die auf  rákosi vipera bestehen, naturalisieren und legen einen wissenschaftlichen Irrtum fest.“ und „In Österreich wird sie auch als Wiesenotter benannt“. Natürlich könnten wir sagen dass Wiesen nicht gleich Brachen sind, deshalb beruft sich der Autor noch in den selben Publikation auf eine Quelle aus 1801, und behauptet sie sei in einige Gebieten als Brachenschlange benannt. Dr. Olivér György Dely nennt sie in der Band „Reptilien“ von „Tierreich Ungarns“ (Magyarország Állatvilága – Hüllők), als parlagi- (Brachenotter) oder rákosréti vipera (Otter aus den Wiesen von Rákos). In letzten Zeiten wird wieder der Name rákosi vipera (Otter von Rákos) benutzt, gewöhnlich ist es ja so, dass die ursprüngliche Name, was bei der Beschreibung gegeben wurde, ohne triftige Gründe nicht geändert werden wird. Unsere Meinung ist, dass wir die großen Vorfahren respektieren, und die Antrag des Beschreibers in Ehre halten sollten.

Kann ich der Wiesenotter bei meiner täglichen Beschäftigung begegnen?

Kurz können wir darauf sagen, wahrscheinlich nicht. Heutzutage lebt dieser Art nicht mehr in der Nähe von Menschen. Vor 30-50 oder lieber 100 Jahren konnten die Bewohner von den Gehöften der Kiskunság sie noch, auch mehrere Tiere bei dem Stall, unter Heuhaufen oder in der Grube finden, wohin sie zur Überwinterung eingekrochen sind. Lajos Méhely erwähnt dass sie in großen Mengen im Park des kaiserlichen Schlosses in Laxenburg, oder in den Wiesen von Rákos, und der naheliegenden Gärten zu finden war. Aber das ist schon Geschichte. Heutzutage kommt die Ungarische Wiesenotter nur in Wiesenflecken vor, die geschützt sind, und nur mit Genehmigung besucht werden können. Aber auch wenn wir diese Wiesen aufsuchten, würden wir sie höchst wahrscheinlich nicht treffen. Es gibt dafür zwei Gründe, einerseits kommt sie nur in sehr kleinen Mengen vor, andererseits ist sie sehr scheu. Obwohl Schlangen Taub sind, können sie die Resonanzen der Erde schon von Weitem entfernt fühlen, und verstecken sich rechtzeitlich unter dem Gras oder in Feldmausbauten. Wir können offen sagen, dass wir, die uns mit der Forschung und Schutz dieser Art beschäftigen, auch viel mehr Schwierigkeiten haben sie beobachten zu können, und dass es uns eine große Freude bereitet wenn wir einen Tier treffen.              

Is ihr Biss gefährlich?

Kurz können wir darauf antworten, dass der Biss der Ungarischen Wiesenotter auf einen gesunden Erwachsenen keine große Gefahr bedeutet, mit Tod oder bleibenden Schäden muss man nicht zählen. Es ist wichtig zu wissen, dass wir seit der Beschreibung der Art, also seit 112 Jahren keine tödlichen Bisse kennen. Die Gründe dafür sind, dass die Ungarische Wiesenotter ein verstecktes Leben führt, und bei einem Treffen nur im äußersten Fall aggressiv reagiert. Außerdem sind ihre Giftzähne klein und ihr Gift zählt nicht zu den starken Schlangengiften. Jedoch ist sie eine Giftschlange deshalb müssen wir auch den Biss der Ungarischen Wiesenotter ernst nehmen, obwohl es ein bestätigter Fact ist, dass die meisten Bisse ohne Folgen vergehen. Die Folgen eines Bisses beeinflussen mehrere Faktoren. Es hängt von Effizienz und Menge des injizierten Giftes, was mit der Größe der Giftzähne in Zusammenhang steht; den gebissenen Körperteil; die Alter, physische und psychische Zustand des Gebissenen, und die Verbreitungsgeschwindigkeit des Giftes ab.

Also wenn wir einen Wiesenotterbiss erleiden, sollten wir unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wahrscheinlich wird er nur einen Kalziumbehandlung verschreiben, da das Antiserum nur im schwersten Fällen eingegeben wird. Es ist auch deswegen Wichtig den Arzt aufzusuchen, weil der Biss einer Giftschlange bei allergieanfälligen Menschen ernstere Folgen haben könnte.            

Warum muss so viel Geld für eine Giftschlange ausgegeben werden? Wen würde sie fehlen, wenn sie verschwand?

Diese Frage im Prinzip zu beantworten, neigen die Menschen dazu, die Tiere anhand persönlicher Sympathie zu kategorisieren, und in diese Rangliste stehen Schlangen schon seit Jahrtausenden sehr hinten. Sie sind aber wichtige Elemente der natürlichen Systeme (als Prädatoren oder Nahrungsquellen beeinflussen sie den Zahl anderer Tierarten), und aus dieser Hinsicht ist ihre Bewahrung lebenswichtig, da ihr Verschwinden zu der Zerbrechen des Gleichgewichts führt, was verheerende Folgen haben kann. Andererseits kann der Schutz der Ungarischen Wiesenotter mit einen persönlicheren, ichsüchtigeren Interesse begründet werden, wir können ja nicht wissen, ob nicht gerade eine Substanz aus der Wiesenotter uns helfen wird bestimmten Krankheiten zu heilen.

Wir können diese Frage auch mit der Hilfe von praktischen Argumenten beantworten. Vor Allem ist die Ungarische Wiesenotter streng geschützt, ihr Naturschutzwert gehört in die höchste Kategorie, und erreicht 1000000 Ft. (zirka 3500 Euro). Mehrere internationale Konventionen, zu denen auch Ungarn beigetreten ist, behandeln sie als eine prioritäre Art, und deshalb sind wir verpflichtet sie vom Aussterben zu beschützen. Außerdem gilt sie auch in den Natura 2000 Netzwerk als prioritäre Art, also muss die Geländeverwaltung in ihren Vorkommensgebieten den Bedarf der Wiesenotter folgen. Zum Schluss ist sie unsere einzige Wirbeltierart, die außer Ungarn nirgendwo auf der Welt lebt, sie ist also so zu sagen ein Hungaricum. Vielleicht könnten wir auch darauf ein bisschen Stolz sein.  

Ich sehe viele Schlangen in meinen Garten. Können es Ungarische Wiesenotter sein?

Die Ungarische Wiesenotter lebt zurzeit nur in der Hanság, und in den Donau-Theiß Zwischenstomland (Duna-Tisza Köze), konkreter in der Kiskunság, aber nur in einigen Lebensplätzen. Die übriggebliebenen Populationen kommen in der Nähe von Gyón, Tatárszentgyörgy, Kunpeszér und Bugac, in Wiesenflecken, die von Menschen weit entfernt sind, vor. Außer die Wirten der Gehöften kann also niemand Ungarische Wiesenotter in der Nähe seiner Wohnort treffen. Die Art verschwand in den letzten 20 Jahren aus der Gegend von Pest, Gödöllő, Fót, Ócsa, Sári, Mántelek, Örkény und Felsőbabád, außerdem haben wir von anderen Gebieten des Donau-Theiß Zwischenstromlands schon seit 112 Jahren keine Beobachtungsdateien, wir können also Behaupten dass sie dort sicherlich nicht begegnet werden kann. Es gibt aber einige Nattern die mit der Wiesenotter verwechselt werden können. Vor Allem sieht die Schlingnatter am ähnlichsten aus. Der Hauptunterschied zwischen Nattern und Otter ist, dass die Otter kurze, gedrungene Tiere sind, wobei die Nattern lang und schlank aussehen. Die Wiesenotter erreicht nicht einmal 60 cm, wobei der Äskulapnatter 140 cm, der Ringelnatter 120 cm, und der Schlingnatter 70-80 cm lang werden kann. Wenn wir also eine mehr als 55-60 cm lange Schlange sehen, kann es nicht die Ungarische Wiesenotter sein. Ein anderer wichtiger Unterschied ist, das die Pupille der Nattern immer rund, wobei die, der Otter immer vertikal gespaltet ist. In der folgenden Tabelle fassen wir die wichtigsten Merkmale zusammen, die bei der Identifizierung der Schlangen helfen. Es ist aber sehr wichtig zu erwähnen, dass in Ungarn alle Amphibien- und Reptilienarten geschützt sind, müssen also im Fall einer Begegnung immer in Ruhe gelassen werden.

Hungarian meadow viper
(Vipera ursinii rakosiensis)
Grass snake

(Natrix natrix)

Smooth snake

(Coronella austriaca)

Aesculapian snake
(Elaphe longissima)
Dice snake

(Natrix tessellata)

Maximum length: 58 cm 120 cm 70 cm 160 cm 100 cm
Pattern Zigzag dorsal pattern on greyish-brown base.
Deep brown patches on the sides
On back of the head butterfly-like pattern.
Light or blackish- grey, or deep olive-green.
Sometimes 4-6 lines.
On the back-sides of the head yellow, or yellowish-white crescent..
Greyish-brown or bronze-brown.
On two sides of the back dark brown patches run until the end of the tail.
On top of the head open bird wings-like pattern.
From light olive-green to dark-brown.
Small white strokes on body scales.
On the back-sides of the head light yellow crescent.
Base colour of back is light greyish, with patches forming checkered dark brownish or blackish pattern.
Supra and sublabials are yellowish.
Colour of belly: Grey, with greyish-white patches. Dark-grey, with chess table-like black pattern. Bluish-grey or reddish-yellow.
Newborns have brick-red belly.
Single-coloured yellowish-white. Grey with pale yellow patches or yellowish with darker pattern.
Tail: Short, narrowing abruptly. Narrowing gradually.
Eye: Vertical pupils. Round pupils.
Breeding: Viviparous. Lay eggs. Viviparous. Lay eggs. Lays eggs.
Habitat: Meadows, grass-lands.
Avoids human settlements.
Does not connected to water, can occur anywhere.
Can be found very often in human settlements.
Meadows, grass-lands, hillsides.
Can occur on farms or edges of small villages.
Forests.
Can appear at unused houses when searching for nestlings or wintering place.
In water, or next to water.
Mainly on plains, but sometimes in lakes of hilly parts.